Die ungleiche Gemeinschaft


Ich habe zu berichten, in einer Zeit da Zwerge, Menschen und auch mein eigenes Volk staendig in grossem Zwiste leben, von einer Geschichte die sich erst in den vergangenen Tagen ereignet hat. Bin ich auch kein Barde, so moechte ich euch doch diese Geschichte nicht vorenthalten.

Ich will euch erzaehlen, von drei Maennern, drei ungleichen Gestalten welche sich gemeinsam aufmachten, es war der 9. Tag der Rahja im Jahre 25 nach Hal, um dem Boesen wieder etwas Einhalt zu gewaehren. An jenem warmen Fruehlingstage, machte sich die Gesellschaft, bestehend aus zwei wackeren Thorwalerkriegern und mir, nicht mehr ganz so jungen Elfen, auf den Weg um den Tod zu finden oder Heldentum zu ernten. Nun, ich muss gestehen, ich rechnete mehr mit ersterem, als wir uns auf den Weg machten und uns die Sonne die Haut aufheizte. Zuvor sollte erwaehnt werden, dass die Planung dieses Unterfanges schon lange meine Aufgabe war, da das ueble Untier welches es zu besiegen galt, eine riesige Wasserschlange uralt und furchtbar boese, schon vielen das Leben gekostet hatte. Da dieses Monstrum keinerlei Unterschiede zwischen Rassen machte, es verschlang Zwerge genauso zu Hauf wie auch Menschen oder unsereins, bestand die Gruppe auch aus derart seltsamen Gesellen.

Zwei Menschenkrieger namens Shmendric und Damian vom Volke der Thorwaler, lauter als ein ganzer Zwergenhaufen und meist auch genauso betrunken, begierig darauf Ruhm zu ernten, und ich den Menschen sehr skeptisch gegenueberstehender Elf. Man wusste, die beiden haetten zwar die Schlagkraft und den Mut, aber wohl kaum das Koepfchen um ein solches Abenteuer zu planen.

Nun denn, wie schon gesagt brachen wir nun an jenem Fruehlingstage auf, um der Bestie den Garaus zu machen. Viel lieber haette ich den Tag im Walde verbracht, um mit den Tieren und Blumen zu sprechen, und auch den beiden Thorwalern sah ich an, trotz ihrer Begierde zu schnellem Ruhm zu kommen, dass sie wohl lieber anderes getan haetten. Wir alle wussten, wo das Tier zu finden sei, trotzdem dauerte es einige Zeit bis wir den rechten Ort erreichten. Nun glaube ich, vielleicht absichtlich ein wenig langsamer gegangen zu sein, denn wenn ich denn schon sterben musste, wollte ich zuvor noch meine letzten Gedanken ordnen und mich von den fuer diese Jahreszeit besonders grossen und wunderbar bluehenden Blumen am Wegesrand verabschieden. Die Fische laechelten mich aus dem kuehlen Nasse an, als ich neben dem Darpat wanderte. Endlich in der finstren Hoehle angekommen, hatten wir doch schon unser erstes Problem. Es galt, zuvor einen riesigen Schlammwurm zu bezwingen, welcher den Weg nicht freigeben wollte.

Dieses Tier jagte uns allen Heiden Respekt ein, und es zu  toeten viel keinem von uns leicht. Es teilte gar fuerchterliche Hiebe aus, war es auch blind, so konnte es besser hoeren als der Luchs und staerker zuschlagen als jeder Baer. Schon dieser Kampf, kostete uns viel Kraft und auch ein wenig Mut. Kaum vorangekommen in den kalten und feuchten Gaengen, dass Wasser stand mir teilweise bis zum Knie, mussten wir auch schon eine schreckliche Begegnung machen. Es war wahrhaft badoc! Ein gefallener Elf, durch finsterste schwarze Magie zum ewigen Leben gezwungener Zombie stellte sich uns in den Weg und forderte Blut. Ich selbst, konnte nur sehr gering helfen, haette ich diese beiden Krieger nicht bei mir gehabt, waere dies vielleicht mein Untergang gewesen. Meine Hemmung dieses "etwas" zu toeten, sofern man etwas totes noch toeten kann, raubte mir fast die Sinne und auch die Zielfaehigkeit im Umgang mit meinem Speere. Bereits nach kurzer Zeit, konnten die beiden aber das fuer mich personifizierte Boese durch kraeftige Axthiebe fast alleine zur Strecke bringen.

Nun, ich wusste, die Haelfte unseres Abenteuers war bereits zu Ende, doch das schlimmste wuerde erst kommen. Dunkle Gaenge die einem den letzten Funken Hoffnung raubten machten den Rest des Weges aus. Und was wuerden wir am Ende des Weges finden? Den Tod oder Ruhm? Zu diesem Zeitpunkt war mir das aber auch ziemlich egal, galt es doch nicht ueber die eigenen Fuesse zu stolpern in dieser schrecklichen Dunkelheit. Keine Blume, kein Tier, kein Gruen...einzig und allein Dunkelheit und Feuchtigkeit. Gaben sich die beiden Krieger auch frohen Mutes das Untier zu bezwingen, so konnte ich trotz des Versuches es zu verstecken, entdecken dass nicht nur meine Beine weich waren. Nach Stunden endlosen Suchens in den immer feuchter und enger werdenden Gaengen, das Wasser reichte selbst mir hochgewachsenen Elfen zwischenzeitlich nun schon beinahe zum Guertel, gelangten wir nun endlich an den Orte der vielleicht der letzte sein sollte den ich besuchen wuerde koennen. Die Krieger legten noch ein Gebet zu ihren Goettern ab und ich fuer mich selbst versuchte meinen Geist zu reinigen und meditierte eine Zeit vor dem Kampfe.

Gluecklicherweise dachte ich daran, dass ein solches Tier doch Feuer speie, deshalb legte die ganze Gruppe saemtliche brennbare Kleidung ab, auch wenn es den beiden tapferen Herrn Kriegern nicht recht gefiel. So gingen wir denn fast nackt, allen Mut zusammen genommen mit erhobenen Haeuptern und gezueckten Waffen. Es dauerte auch nicht lange, da ich ein leises immer lauter werdendes Blubbern an der Wasseroberflaeche wahrnahm. Wir alle wussten wohl, dass es die letzte Chance zu fliehen war, keiner haette uns Feiglinge genannt. Trotzdem blieben wir standhaft und waren bereit den Tod zu finden fuer eine gerechte Sache. Die wahrhaft gewaltige Schlange erhob sich in unglaublicher Geschwindigkeit aus den Wassermassen und bewegte grosse Wellen, welche allein mich schon fast von den Fuessen hoben, von dem grausigen Anblick gar nicht zu sprechen. Drei Koepfe hatte das Untier, mit langen scharfen Zaehnen und Geifer der jedem einzelnen Kopfe zu Hauf aus dem Schlund ran. Doch, viel Zeit darueber nachzudenken gab es nicht, denn die Wassermassen konnten sich erst gar nicht beruhigen als das Untier schon mit unglaublicher Kraft auf uns einschlug.

Niemals haette ich in dieser Situation gedacht noch lebend davon zu kommen um euch darueber erzaehlen zu koennen. Doch, auch wenn meine Begleiter vielleicht nicht die kluegsten waren, so verstanden sie doch den Umgang mit ihren scharfen Aexten, welche sie in hoher Geschwindigkeit tief ins Fleisch des Untiers bohrten. Ich fuer meinen Teil, nahm mir den mittleren Kopf des garstigen Monstrums vor, und versuchte immer wieder meinen kraeftigen Stossspeer durch ihn zu jagen, waehrend ich die riesigen Augen zu blenden versuchte. Es dauerte nicht lange, dass die kraeftigen Hiebe uns allesamt etliche Meter nach hinten warfen, was aber das Untier nicht davon abhielt uns mit Feuer aus den graesslichen Maeulern einzudecken. Gluecklicherweise vielen wir weich, in das kuehle Nass, welches uns auch vor allzugrossen Verbrennungen schuetzte. Kaum wieder auf den Beinen, gelang es mir meinen Speer mitten durch den von mir anvisierten Kopf zu jagen und das dickfluessig warme Blut spritze auf meinen Koerper.

Zeit mich davor anzueckeln gab es nicht, denn das Vieh wurde wahnsinnig wuetend und deckte und alle mit noch staerkeren Schlaegen und noch heisserem Feuer ein. Doch, ich denke dies war die Kehrtwende, denn ploetzlich hatten meine Gefaehrten einen Hoffnungsschimmer in ihren vor Hitze und Rauch traenenden Augen. Shmendric und Damian schlugen mit einer Kraft auf das Tier ein, welche ich bei Menschen nicht fuer moeglich gehalten haette. Auch das Tier konnte diese Wendung im Kampfe erkennen, und versuchte immer wieder einen Kopf unter die Wasseroberflaeche zu bekommen, um wieder hinter einem der unsrigen auftauchen zu koennen. Gluecklicherweise gelang es nur ein einziges Male, wobei einer der beiden fuer kurze Zeit die Besinnung verlor.

Doch, wir alle wussten um das Untier sei es bald geschehen, denn aus unzaehligen von unseren Waffen verursachten Wunden schoss das grauenhafte Blut in Stroemen. Das Wasser war rot gefaerbt und warm, als der letzte Kopf mit einem markerschuetternden letzten Schrei auf die Wasseroberflaeche traf. Es war vollbracht, wir hatten gesiegt! Doch, ich muss gestehen, trotz eines Rausches von Glueck das ich empfand, so wusste ich doch dass ich nur knapp ueberlebt hatte. Voellig erschoepft und schwer verwundet sanken wir alle zu Boden, und selbst die sonst so schrecklich lauten Thorwaler versuchten sich zu besinnen und die vergangenen Minuten, mir kam es vor als haette der Kampf Stunden gedauert, zu verarbeiten. Nur schweren Schrittes kamen wir voran, doch jeder Schritt Richtung Licht wurde leichter. Nicht lange dauerte es, dass die beiden, trotz ihrer schweren Verwundungen, begannen zu verstehen welche Helden sie doch waren und sie lachten lauthals im Gedanken wie die Frauen doch nun auf sie reagieren wuerden. Ich fuer mich, war sehr ruhig und froh, dem Boesen mit Hilfe der beiden ein klein wenig Einhalt gewaehrt zu haben.

Das Stueck Schlangenhaut, welches wir vor dem Untergang in das dunkle Nass retten konnten, ueberliessen mir die beiden. Ich denke, die Narben welche sie davon getragen hatten reichten, um die Tat zu beweisen und der Ruhm war ihnen genug. Kaum am Ausgang angekommen, trennte sich die Gruppe...jeder auf den Weg zu seiner Familie um von der Tat zu berichten. Ich selbst, ging in den Wald um meine Ruhe zu finden und das Blut von meiner Haut zu waschen. So ich denn nicht leugnen kann, oft die Menschen als Uebel fuer die Natur anzusehen, muss ich gestehen, dass die beiden mir doch bewiesen hatten, dass deren Herzen voller Mut und Gutem waren.
 

So niedergeschrieben am 10. Tag der Rahja, 25 nach Hal,
lox ary'hyaddan

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