Die ewige Dunkelheit


Zweites Kapitel
Am Vormittag des 18ten Tages des Firun traf ich Lox am Markt von Gareth wieder. Ihm war anzusehen, dass er kaum geschlafen hatte in den letzen Tagen. Sofort suchten wir eine ruhige Ecke auf und ueberlegten wie wir handeln sollten. Da wir so gut wie keinen Anhaltspunkt hatten, beschlossen wir die selbe Stelle wie am gestrigen Tag aufzusuchen. Mutig stiegen wir abermals in diese Katakomben hinab. Wir schliechen vorsichtig durch die Gaenge, bis wir die Stelle erreichten, an der 2 Tage zuvor das unfassbare geschehen war. Knirschen, tropfen, schaben; die Geraeusche machten mich schier Wahnssinnig, als wir dort unten standen und auf warteten, ohne zu wissen worauf...
Unser ungleichmaesiger Atem durchdrang die Geraeusche, keiner von uns beiden schien Lust auf eine Unterhaltung zu haben, schweigend standen wir im knoechelhohen Schlick und starrten uns ratlos an. Diesesmal sollten keine fuenf Minuten vergehen. "Mein Besitzanspruch wurde kundgetan!". Lox und Ich zuckten zusammen. "Kundegetan?" donnerte ich ins Nichts, "Lasst uns nicht im ungewissen, was oder wer auch immer ihr seit!" schrie Lox hinterher.
Eisiges Schweigen war die Antwort. In dem wiederlichen Gewoelbe in dem wir uns aufhielten, meinte ich sowiso dauernd Schritte und Schlurfen zu hoeren, in dieser Situation war es schier unertraeglich. Ich erwartete, dass jeden Augenblick wieder Nebel aufsteigen wuerde. "Zeigt euch, wer auch immer ihr seit, ich bin bereit mein Leben hier zu verlieren...doch will ich das 'warum' kennen!". Lox schien mit den Nerven am Ende zu sein, sein Kopf war mit unbeantworteten Fragen ebenso gefuellt, ebenso wie meiner. Auch ich schrie noch ein-zwei Saetze in die Leere, nach einigen Minuten mussten wir uns jedoch damit abfinden, dasss die Vorstellung vorerst wieder vorbei zu sein schien. Wir beratschlagten was zu tun sei,

Lox schien nun fast ueberzeugt zu sein, dass ein furchtbarer Fluch auf uns lasten musste, was meine Wenigkeit einfach nicht wahrhaben wollte. "Ich bin nicht verflucht und war's auch nie!" grollte ich wuetend. Waerend ich diese Worte sprach, passierte es abermals: Der mir wohlbekannte Totenschadel formierte sich fuer einen Moment vor meinem geistigen Auge! Als das Abbild vor mir im Nichts schwebte, leuchtete abermals ein "S" auf, gross und deutlich diesmal jedoch, kein Zweifel war moeglich! Auch diesmal dauerte der Spuck nur wenige Sekunden, dann erblickten meine Augen wieder die Realitaet. Ich muss gestehen dass meine Zunge wackelig war, wie nach zwei Schlauch Met, als ich meinem Begleiter davon berichtete. "So zeigt euch doch!" bruellte Lox mit einer Verzweiflung, die ich bei ihm nie zuvor gesehen hatte. Seufzend lehnte er sich an der Wand an. Und Wieder! Wie gestern kurz nachdem ich den Schaedel angefasst hatte, durchfuhr meine Haende und Unterarme ein stechender und zugleich brennender Schmerz. Ich erschrack heftig doch so intensiv der Schmerz auch war, so schnell war er auch vorbei. wieder schrien wir in die Leere, ohne eine Antwort zu erhalten. Als sich die Stimme nach einer halben Stunde immer noch nicht wiedergemeldet hatte, begannen wir Theorien zu entwickeln. Illusionisten, Daemonen, Schwarzmagier - alle Thesen warfen mehr Fragen auf als beantworteten.
Schritte naeherten sich, deutlich!

Wir horchten auf, und waren auf eine Begnung mit dem Unbekannten gefasst, doch um die Ecke kam kein Unbekannter sondern Sheila. Sie hatte seit jenem ersten Vorfall keine weiteren Erlebnisse dieser Art gehabt, wie uns sogleich berichtete. Der Druck in mir stieg an, ich wollte nicht glauben, dass ein Fluch auf mir lastet. Ich fuehlte mich in meinem Glauben geschwaecht und und zweifelte an Vielem, von dem ich vor kurzem  ich fest ueberzeugt war. Ich fragte bei meinen Kameraden ob es ihnen recht waere wenn ich fuer ein Stuendchen einen Tempel aufsuche, um zur Ruhe zu kommen. Die beiden hatten nichts dagegen einzuwenden, also ging, oder vielmehr lief ich zur Kapelle. Die ruhige Atmosphaere und einige aufmunternde Worte des Geweihten hoben meine Stimmung bald wieder etwas an, 'noch ein Met und der Tag ist fast in Ordnung' dachte ich bei mir, und machte mich auf den Rueckweg.
Als ich ueber die Marschenallee ging, beschloss ich noch einen kurzen Umweg zum Getraenkehaendler zu machen und bog nach links zum Markt ab. Gute 20 Schritt vorm Brunnen, stieg mir mit einem Mal ein beissender Geruch in die Nase.

Schwefel.

Der Ursprung des Gestankes war ein Pflasterstein am Boden.
Auf ihn war mit dem Schwefel eine Schrift eingebrannt worden. "Lox, Shmendric und Sheila sind gezeichnet. Ihre unsterbliche Seele ist mein..." entzifferte ich muehsam. Meine eben wiedergewonnene Laune war von dieser Sekunde an auf einem neuen Tiefpunkt. Als der erste Schreck ueberwunden war, holte ich Lox und Sheila. Zu dritt untersuchten wir das unheilvolle Werk. Sheila starrte wortlos den Pflasterstein an, und schien wie gelaehmt. Lox war anzusehen, dass neue und neue Fragen in ihm aufkahmen, seine Ratlosigkeit schien ihm wiederrum grosse Angst zu bereiten. "Ich weiss es nicht.. gar nichts weiss ich..." murmelte er alle Minute leise vor sich hin. Der Prinz von Gareth, seine Hoheit Dan zeigte sich alles andere als hilfreich, er verdaechtigte uns der Daemonologie und drohte uns mit der Inquisition. Er schien sich von unserer Anwesenheit richtgehend bedroht zu fuehlen, und rief schliesslich sogar 3 Mann seiner Leibgarde zu seinem Schutz. Es dauerte betraechtliche Zeit, bis wir uns wieder gefangen hatten, Lox und ich wollten abermals in die feuchte Grotte hinabsteigen, Sheila blieb am Marktplatz um eventuelle Fragen zu beantworten. Wir hatten beschlossen es sei besser die Sache als "Kinderstreich" zu erklaeren. Und wieder standen wir in den Gaengen, erfuellt mit ihrem widerlichen Moder und den graeulichen Geraeuschen. Eine gute Stunde verging, ohne ein weiteres Zeichen.

Wir begannen zu ueberlegen, ob es uns nicht irgendwie moeglich sei das Wesen anzulocken. Schliesslich nahmen wir allen Mut zusammen, und begannen die Praesesenz zu verspotten. "ein alberner kleiner Daemon, oder vielleicht nur ein Illusionist", "ein Jahrmarktzauberer, dem langweilig war", "Der Schaedel - bestimmt aus Holz und bemalt von einem Kind" "Die Leiche? Bestenfalls bei einem Ogermetzger geklaut". Lox trommelte vor Lachen gegen die Wande, es gelang uns bestens unsere Aengste zu verjagen, ich fuer meinen Teil war schon fast "richtig" amuesiert, als ein Raunen unser Gelaechter durchdrang: "Nun erkennt Euch jeder. Ihr seid gezeichnet." Wir riefen Sheila, und fingen nun zu dritt an auf die Stimme einzureden: "Praois zum Grusse, Stimme! Sollen wir dich etwa fuer voll nehmen?" "Huhu, hat es dir die Sprache verschlagen?!". Unserem Mut war nun schon leicht anzumerken, dass er nur gespielt war, als dann noch mit einem Mal Sheila ohne Vorwarnung bewustlos zusammenbrach, herschte wieder benommenes Schweigen. Wir starrten wieder abwartend in die Luft.

Voellige Dunkelheit mit einem Mal.

Erst dachten wir, wir haetten unser Augenlicht verloren, bis wir feststellen das "lediglich" unsere Lichtquellen spurlos verschwunden waren. Und nicht nur diese, auch unsere Ausruestung unsere Waffen und unsere Kleider waren spurlos verschwunden! Benommen trotteten wir nach Gareth um uns mit neuen Kleidern einzudecken, als wir zu unserem Staunen einen grossen Berg Geruempel am Markt herumliegen sahen. Daneben stand Prinz Dan, mit verschraenkten Armen und deutlich genervtem Gesichtsausdruck. Verlegen sammelten wir unsere Sachen auf, stammelten etwas von "nacktbaden im Darpat" und versuchten den gereizten Monarchen zu beruhigen. Dieser antworte so gut wie nicht, sondern sah nur mit strengem Blick zwischen uns hin und her. Wir zogen es vor den Standort so schnell wie moeglich zu wechseln, nicht jedoch ohne zuvor eine Audienz beim Koenig zu beantragen...

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